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Baden ist. Ohne Werbung?

Wie wirkt sich weniger Werbung im öffentlichen Raum auf Wahrnehmung, Konsum und gesellschaftliche Diskussion aus?
Im Rahmen eines Pilotversuchs von Energiestadt und der ZHAW wurde diese Frage in der Praxis erprobt: Die Stadt Baden testete als Pilotgemeinde eine temporäre „Werbepause“ im öffentlichen Raum. Das Projekt löste eine breite Debatte über Konsumverhalten, Lebensqualität und die Erreichung von Klimazielen aus. 

Vorgehen und Aktivitäten

Im November 2025 setzte die Stadt Baden während drei Wochen eine Pilotkampagne im Umfeld des Bahnhofs um. Dabei wurden 13 kommerzielle Plakatflächen durch visuell „transparente“ Darstellungen ersetzt, die den Hintergrundraum sichtbar machten. Ergänzend blieben stadteigene Flächen bewusst leer. Alle Flächen trugen die Botschaft „Baden ist. Ohne Werbung?“.

Die Kampagne wurde durch gezielte Kommunikationsmassnahmen begleitet (Webseite, Social Media, Medienarbeit) und mit einer Beteiligungsmöglichkeit für die Bevölkerung ergänzt. Zur Evaluation wurden eine offene Online-Umfrage (864 Teilnehmende), eine repräsentative Befragung (630 Teilnehmende) sowie qualitative Passanteninterviews durchgeführt.

Erfolge

Die Kampagne erzielte eine hohe Sichtbarkeit: Rund 70–80 % der Bevölkerung nahmen die Intervention wahr. Sie löste überwiegend positive Reaktionen wie Zustimmung, Neugier und Überraschung aus und wurde insgesamt gut bewertet (Durchschnitt 4,1 von 6).

Zudem konnte ein zentrales Ziel erreicht werden: Die Kampagne sensibilisierte für den Einfluss von Werbung auf Konsum und machte den öffentlichen Raum bewusster wahrnehmbar. Eine deutliche Mehrheit der Befragten sprach sich für eine zukünftige Regulierung von Werbung aus – insbesondere für differenzierte Lösungen statt eines vollständigen Verbots.

Auch auf politischer und medialer Ebene wurde eine breite Diskussion angestossen – ein wichtiger Beitrag zum nationalen Diskurs rund um Suffizienz und Netto-Null.

Lessons learnt

  • Hohe Aufmerksamkeit, begrenzte Verhaltensänderung: Sensibilisierung funktioniert gut, konkrete Veränderungen im Konsumverhalten bleiben jedoch gering.
  • Differenzierte Regulierung statt Totalverbot: Die Bevölkerung bevorzugt pragmatische Lösungen mit Ausnahmen für lokale Akteure.
  • Diskrepanz zwischen Medien und Bevölkerung: Während Medien teils stark kritisch berichten, ist die Akzeptanz in der Bevölkerung deutlich höher.
  • Emotionale Thematik: Werbung und Konsum sind politisch und gesellschaftlich sensibel – eine frühzeitige interne Abstimmung ist entscheidend.
  • Kommunikation ist zentral: Begleitende Medienarbeit verstärkt die Wirkung der Intervention erheblich.

Projektbericht

Hier geht es zum Projektbericht: 

Informazioni generali sul progetto

Anno
2025
Luogo
Baden
Strumenti

Nutzung bestehender Plakatinfrastruktur (APG-Flächen und stadteigene Flächen)

Klare, einheitliche visuelle Gestaltung der Kampagne

Begleitende Kommunikationsstrategie (online, Medien, vor Ort)

Kombination quantitativer und qualitativer Evaluationsmethoden

Kooperation zwischen Stadt, Energiestadt und ZHAW

Comuni
Baden
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