16.06.2015

So sieht ein Schweizer Quartier der Zukunft aus

Foto: Losinger Marazzi AG

Die geplanten 2000-Watt-Areale in der Schweiz zeigen: Ein Energieverbrauch von 2000 Watt pro Person ist nicht Utopie, sondern kann Realität werden. Beispielhaft dafür ist die Überbauung Greencity in Zürich, die zurzeit gebaut wird. Sie hat im Juni 2015 zum zweiten Mal das Zertifikat «2000-Watt-Areal in Entwicklung» erhalten. Der Trägerverein Energiestadt hat zudem sieben weiteren Gemeinden das Energiestadt-Label verliehen.

2007 stellte die Papierfabrik Sihl in Zürich-Wollishofen die Produktion ein. Damit wurde an bester Lage ein Gelände frei, das so gross ist wie 10 Fussballfelder. Seit 2015 entsteht hier die Überbauung Greencity mit 740 Wohnungen, drei Bürogebäuden, Läden, Restaurants, einem Hotel und einer Schule. 2017 werden die ersten Bewohner einziehen. Sie sollen letztlich pro Kopf nur 2000 Watt Energie benötigen. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt der Verbrauch heute bei 5900 Watt pro Einwohner. Dies entspricht der Produktion einer Photovoltaik-Anlage von 100 m2.

Effizienz, erneuerbare Energien und kurze Wege
Wie wird Greencity das ehrgeizige Ziel erreichen? Die Gebäude erfüllen strenge Kriterien für effiziente Energienutzung, nämlich Minergie-P-Eco für Wohngebäude und Leed Platinum für Bürogebäude. Zusätzlich halten sie die 2000-Watt-Vorgaben für Erstellung, Betrieb und Mobilität ein. Ziel ist es, das Areal mit 100% erneuerbaren Energien zu versorgen. Solarzellen auf den Dächern produzieren sauberen Strom. Ein Grossteil der Wärme entstammt dem Grundwasser. Überschüssige Abwärme wird unterirdisch gespeichert. Das Quartier ist mit Bahn und Bus hervorragend erschlossen; die S-Bahn fährt innert 6 Minuten ins Zentrum von Zürich. Die Erholungsgebiete an der Sihl, am Zürichsee und auf dem Uetliberg befinden sich in der Nähe.

Im September 2012 erhielt Greencity als erste Überbauung in der Schweiz das Zertifikat «2000-Watt-Areal in Entwicklung». Im Juni 2015 hat der Trägerverein Energiestadt das Zertifikat bestätigt. Axel Schubert, Mitglied der Labelkommission des Trägervereins: «Greencity ist über die Schweiz hinaus vorbildlich im Umgang mit erneuerbarer Energie in der Arealentwicklung.»

Neben Greencity haben bisher sieben weitere Grossüberbauungen die Auszeichnung als «2000-Watt-Areal in Entwicklung» erhalten, zuletzt im März 2015 die Siedlung Sihlbogen in Zürich. «Solche Areale leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiestrategie 2050. Sie stehen für die Quartiere der Zukunft», sagt Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamts für Energie und Programmleiter EnergieSchweiz.

Bereits 371 Energiestädte
Im Juni 2015 haben 7 Gemeinden das Energiestadt-Label zum ersten Mal erhalten, in der Deutschschweiz Bätterkinden BE und Murten FR. 8 weitere Gemeinden haben die Zertifizierung als Energiestadt erneut bestanden. Damit sind 371 Gemeinden in der Schweiz Energiestadt.

Für die Zertifizierung der Energiestädte und der 2000-Watt-Areale ist der Trägerverein Energiestadt verantwortlich. Ihm gehörten im Juni 2015 642 Gemeinden und Regionen an. Energiestadt ist ein wesentlicher Teil von «EnergieSchweiz für Gemeinden». Dieses Programm des Bundesamts für Energie unterstützt die Gemeinden und Städte darin, Energie effizienter zu verwenden und erneuerbare Energien zu fördern.

 

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Stefan Wyer
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Zentraler Platz auf dem künftigen 2000-Watt-Areal Greencity. Wer hier wohnt oder arbeitet, profitiert von kurzen Wegen, tiefem Energieverbrauch und wunderschönen Naherholungsgebieten.

Foto: Losinger Marazzi AG

Medienmitteilung «So sieht ein Schweizer Quartier der Zukunft aus» vom 16.06.2015