30.11.2015

Obwalden: Ein Landkanton macht moderne Energiepolitik

Foto: EWO

Nachhaltige Energienutzung ist vor allem ein Anliegen grosser Städte? Weit gefehlt. Im Kanton Obwalden zum Beispiel tragen alle sieben Gemeinden seit 2011 das Qualitätslabel Energiestadt. Gemeinsam fördern sie erneuerbare Energien und einen sparsamen Energieverbrauch. Im November 2015 hat ihnen der Trägerverein Energiestadt das Label erneut verliehen.

Der Kanton Obwalden verfolgt langfristig die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten die sieben Gemeinden, die kantonale Energiefachstelle und das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) eng zusammen. «So können wir Projekte realisieren, die eine Gemeinde allein weder finanziell noch personell stemmen könnte», sagt Ruedi Windlin, Leiter der Arbeitsgruppe Energiestadt Obwalden.

Heizungs-Check und Ersatz von Umwälzpumpen

Vier Beispiele solcher gemeinsamer Projekte:

  • Im Oktober 2015 erarbeitete die Region ein Konzept zur Finanzierung von Solartankstellen. Bis 2019 wollen die Obwaldner Energiestädte die nachhaltige Mobilität massiv fördern.
  • Im März 2015 startete Obwalden das Förderprogramm «Nachhaltig vorwärts». Hauseigentümer bekommen zwischen 500 und 1000 Franken, wenn sie energiefressende Umwälzpumpen und Elektroboiler durch sparsame Geräte ersetzen. Diese benötigen bis zu 10-mal weniger Strom. Das Programm wird durch proKilowatt unterstützt und läuft bis Ende 2016.
  • 2014 erhielten alle Hauseigentümer das Angebot, ihre Heizung für nur 50 Franken überprüfen zu lassen. Rund 200 Eigentümer machten davon Gebrauch. Indem sie anschliessend die Einstellung ihrer Heizung änderten, konnten sie bis zu 20% der Heizkosten einsparen.
  • 2012 erstellte Obwalden im Rahmen des Programms Energie-Region des Bundes eine Bilanz des Energieverbrauchs und der Energiepotenziale.

«Obwalden ist ein hervorragendes Beispiel, wie kleinere Gemeinden in Landkantonen durch Zusammenarbeit grosse Ziele in der nachhaltigen Energienutzung erreichen», lobt Ruedi Windlin. Engelberg, Giswil, Kerns, Lungern, Sachseln und Sarnen haben im November 2015 das Energiestadt-Label erneut erhalten, Alpnach folgt im Frühjahr 2016. 

48 Energiestädte zertifiziert

Gesamthaft hat der Trägerverein Energiestadt im November 2015 48 Schweizer Gemeinden als Energiestadt zertifiziert oder rezertifiziert, ein Rekord. Die neuen Energiestädte der Deutschschweiz sind Dachsen ZH, Goldach SG, Mauensee LU, Mörschwil SG, Oberkirch LU, Pfaffnau/St. Urban LU, Steinerberg SZ und Trüllikon ZH, auch sie kleinere Gemeinden. Die Schweiz zählt nun 385 Energiestädte. Zudem hat das Projekt Im Lenz in Lenzburg AG wiederum das Zertifikat «2000-Watt-Areal in Entwicklung» erhalten. Für die Zertifizierung der Energiestädte und der 2000-Watt-Areale ist der Trägerverein Energiestadt verantwortlich. Ihm gehörten im November 2015 654 Gemeinden und Regionen an. Energiestadt ist ein wesentlicher Teil von «EnergieSchweiz für Gemeinden». Dieses Programm des Bundesamts für Energie unterstützt die Gemeinden und Städte darin, Energie effizienter zu verwenden und erneuerbare Energien zu fördern.

Medienkontakt
Daniel Schnyder
Kommunikation Energiestadt
031 312 49 49 | media(at)energiestadt(dot)ch

Weitere Informationen: www.energiestadt.info und www.energiestadt.ch (Detailinformationen)

Medienmitteilung «Obwalden: Ein Landkanton macht moderne Energiepolitik» vom 30.11.2015 (PDF)