26.09.2017

Energiestädte und 2000-Watt-Areale am Energietag 2017 geehrt

Wie sehen nachhaltige Städte und Lebensräume im Jahr 2050 aus? Am Energietag 2017 in Freiburg lieferte Architekt Vincent Callebaut am Montagabend mögliche Antworten auf diese Frage. Das Bundesamt für Energie und der Trägerverein Energiestadt ehrten an diesem Abend Städte, Gemeinden, Areale und Schulen, die sich bereits heute vorbildlich für den Schutz der Umwelt, des Klimas und einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen einsetzen.

Am 25. September fand der Energietag 2017 von EnergieSchweiz und dem Bundesamt für Energie im Théâtre Equilibre in Freiburg statt. Dieses Jahr wagten die Organisatoren den Spagat zwischen aktueller Energiepolitik und dem Ausblick in die nachhaltige Welt des Jahres 2050. Hauptredner des Anlasses war der in Paris lebende Belgier Vincent Callebaut. Ein Architekt, der es sich zum Ziel gemacht hat, so viele umwelt- und energiepolitische Probleme wie möglich anzugehen. In seinem Buch « Paris 2050, les cités fertiles face aux enjeux du XXIe siècle » hat er Entwicklungen prognostiziert, wie nachhaltige Städte im Jahr 2050 aussehen und damit auch künftigen Problemen vorbeugen könnten. Ein Thema, das bestens zu EnergieSchweiz und den dazugehörigen Programmen passt. Denn bereits heute erbringen unzählige Akteure Bestleistungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Klimaschutz, die jährlich am Energietag geehrt werden.

Erstmalige Zertifizierung von Arealen in Betriebsphase

Am diesjährigen Anlass wurden zum ersten Mal Quartiere mit dem Label «2000-Watt-Areal» ausgezeichnet, welche die Zielwerte der 2000-Watt-Gesellschaft für ihre Betriebsphase einhalten konnten. Dem Zertifikat «2000-Watt-Areal» gelingt es als erstes Label überhaupt, bei bestehenden Arealen ihre Betriebs- und Mobilitätswerte über die Dauer eines ganzen Jahres zu erfassen und systematisch nach den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft auszuwerten. Am Anlass wurden die Areale Erlenmatt West (BS), Sihlbogen, Hunziker und Kalkbreite (alle ZH) sowie Burgunder (BE) mit dem neuen Label ausgezeichnet.

Geehrt wurden mit Fonderie (FR), Malley-Gazomètre (VD) und AGGLOlac (BE) auch drei neue, noch in Entwicklung stehende 2000-Watt-Areale sowie die Areale Schweighof und Grossmatte West (beide LU) für ihre Rezertifizierung.

Fünf zusätzliche GOLD-Städte und ein neuer Spitzenreiter

Gleich fünf neue Gemeinden wurden am Energietag mit dem «european energy award GOLD» geehrt. Die höchste Auszeichnung im Bereich erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Klimaschutz wurde den Gemeinden Aarau (AG), Entlebuch (LU), Ossingen (ZH), Saxon (VS) und Plan-les-Ouates (GE) zu Teil. Buchs, Vernier und Luzern konnten ihre Zertifizierung von vor vier Jahren bestätigen. Und nicht nur das, Luzern erreichte bei dieser Zertifizierung 86 Prozent und damit das bisher höchste Resultat, das jemals von einer Schweizer Energiestadt erzielt wurde.

Energiestadt-Netzwerk wächst in allen Sprachregionen – am meisten in Zürich

«Energiestadt hat vielen Gemeinden, Städten und Regionen die Arbeit in der Energie- und Klimapolitik sowie beim Mobilitätsmanagement erleichtert», macht Barbara Schwickert, Präsidentin des Trägervereins Energiestadt, in ihrer Rede am Energietag geltend. Das Netzwerk der Schweizer Energiestädte nehme weiter zu, es sei aber wichtig, agil zu bleiben und das Label weiterzuentwickeln, erläutert Schwickert. An der Labelkommissionssitzung vom Dienstag, dem 19. September, gab der Trägerverein die Zertifizierung von fünf weiteren Energiestädten bekannt. Mit Aeugst am Albis, Benken, Marthalen (alle ZH), Pully (VD) und Cadenazzo (TI) wächst die Zahl der zertifizierten Energiestädte auf 419, das sind rund 19 Prozent aller Schweizer Gemeinden. Bis ins Jahr 2020 strebt das Bundesamt für Energie deshalb 500 zertifizierte Gemeinden und Städte an. Neben den Erstzertifizierungen haben zwölf Gemeinden das Label bestätigt, davon zehn aus der Deutschschweiz und zwei aus der Romandie.

Sämtliche Fakten und Informationen zu den zertifizierten Gemeinden und Arealen finden Sie unter www.energiestadt.ch und www.2000watt.ch. Ein Video zum Energietag und der Zertifizierung finden Sie auf Youtube, hochaufgelöste Fotos stellen wir Ihnen auf der Plattform oder auf Anfrage gerne zur Verfügung. –

Medienkontakt
Stefan Glantschnig
Kommunikation EnergieSchweiz für Gemeinden
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