29.08.2015

Drei Fragen an Manuela Bernasconi: «Dank Energiestadt eine systematische Energiepolitik»

2007 zertifiziert, 2015 zum zweiten Mal rezertifiziert: Für die Luzerner Gemeinde Horw ist das Energiestadt-Label heute eine Selbstverständlichkeit. Gemeinderätin Manuela Bernasconi, seit elf Jahren Vorsteherin des Baudepartements, hat massgeblich Anteil daran.

Warum engagieren Sie sich so stark für Energiethemen?
Wie wir Energie nutzen, beeinflusst die Lebensqualität der Zukunft. Wenn die Schweiz die Ziele der Energiestrategie 2050 erreichen will, müssen auch die Gemeinden weniger Energie verbrauchen und mehr erneuerbare Energien nutzen. Und ihre Bewohnerinnen und Bewohner dazu motivieren. Im Energiepolitischen Programm 2015-2018 von Horw haben wir als Vision «Global denken – lokal handeln» festgelegt. Das nehmen wir ernst: Wir handeln dort, wo wir handeln können. Dafür setze ich mich gerne mit grossem Engagement ein.

Was hat die Zertifizierung als Energiestadt im Jahr 2007 der Gemeinde Horw gebracht?
Horw wurde bereits 1992 Mitglied des Trägervereins Energiestadt und setzte zahlreiche Massnahmen um. Der Prozess zur Zertifizierung hat aber nochmals einen Schub gegeben und wir haben uns seither kontinuierlich verbessert. Energiestadt zu sein, ist für Horw heute eine Selbstverständlichkeit. Dank Energiestadt ist unsere Energiepolitik nicht von Zufall oder Willkür geprägt, sondern verfolgt systematisch klare Ziele, die breit abgestützt sind. Ein weiterer Nutzen: Als Energiestadt ist die Gemeinde ein Vorbild für die Bevölkerung. Wir zeigen Flagge bei Energiethemen. Wir informieren und sensibilisieren. Schliesslich kennzeichnet das Label Horw als fortschrittliche Gemeinde, die sich der Verantwortung für Mensch und Umwelt bewusst ist und eine grosse Lebensqualität bietet. Das macht uns attraktiv als Wohngemeinde und als Standort für Unternehmen.

Sie treten nächstes Jahr als Gemeinderätin zurück. Welches laufende Projekt im Energiebereich liegt Ihnen besonders am Herzen?
Die Nutzung der Seewärme im Entwicklungsgebiet Luzern-Süd. Dort entstehen in den nächsten Jahren 4500 Wohnungen und 12‘000 Arbeitsplätze. Daran beteiligt sind Horw, Kriens und Luzern. Bisher haben wir das riesige Potenzial des Seewassers für die Wärmeproduktion nicht genutzt. Jetzt treten wir sozusagen in eine neue Ära ein. Wie unsere Energieplanung aufzeigt, könnten wir in Zukunft grosse Teile des Gemeindegebietes mit Seewärme versorgen. Dadurch lässt sich der Verbrauch nicht erneuerbarer Energien massiv reduzieren. Alle Beteiligten betreten mit der Seewärme-Nutzung Neuland. So müssen wir Konzessionsverträge ausarbeiten. Ich bin begeistert von diesem Projekt und möchte noch mithelfen, die Weichen zu stellen.

Energiestadt Horw