6. Kommunikation, Kooperation

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6.1 Kommunikationsstrategie

6.1.1 Konzept für Kommunikation und Kooperation

Die Gemeinde erarbeitet ein Konzept für die Planung der verschiedenen Kommunikations- und Kooperationsaktivitäten (alle Medien abgedeckt, inkl. frühzeitiger Updates, Verantwortlichkeiten, Zielgruppen, Regelmässigkeit etc.).

Die Gemeinde definiert und fixiert ihre aktive Rolle im Kooperationsprozess.

6.1.2 Vorbildwirkung, Corporate Identity

Innovative Energie- und Klimapolitik sind Teil der Identität der Gemeinde und manifestieren sich mit:

  • Berücksichtigung der Thematik im CD/CI
  • Sichtbarkeit auf der Homepage und anderen Informations- und Kommunikationskanälen der Gemeinde
  • Authentische und verlässliche Umweltentscheide (keine Motorshows, kein Wegwerfgeschirr auf Gemeinde-Veranstaltungen etc.)
  • Gemeinde als Vorbild für die EinwohnerInnen.

6.2 Kooperation und Kommunikation mit Behörden

6.2.1 Institutionen im gemeinnützigen Wohnungsbau

Die Gemeinde arbeitet mit Institutionen des gemeinnützigen Wohnungsbaus, Genossenschaften und (externen privaten) Heimen zusammen, um hohe Standards bezüglich Energieeffizienz, Einsatz von erneuerbaren Energien und
Klimaschutz zu erreichen, z.B. über Expertenunterstützung in der Planungs- und während der Bauphase, zielgruppenorientierte Information usw.

6.2.2 Andere Gemeinden und Regionen

Die Gemeinde pflegt in energiepolitischen Fragen die Zusammenarbeit mit Gemeinden auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene, z.B.:

  • Regionaler Erfahrungsaustausch (Vergleich von Kennzahlen, Austausch von Dokumentation) zwischen Verwaltungsangestellten (Bauverwaltung, Umweltbeauftragte)
  • Regionale EnergieberaterInnen und Planungsgemeinschaften
  • Sensibilisierung von Partner- und weiteren Städten für Energiestadt / European Energy Award
  • Handel mit CO2-Zertifikaten (Joint Implementation)
  • Finanzierung von Entwicklungsprojekten und Projekten in ausländischen Partnerstädten (Clean DevelopmentMechanism)

6.2.3 Regionale und nationale Behörden

Die Gemeinde berücksichtigt und vertritt ihre Politik bezüglich Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Klimaschutz-Themen gegenüber der regionalen und nationalen Ebene (z.B. schriftliche Stellungnahme zu Gesetzen, Verordnungen, Planungen).

6.2.4 Universitäten und Forschung

Die Gemeinde kooperiert mit Institutionen, um Forschung und Ausbildung auf den Gebieten Energie, Verkehr und Klima zu initiieren und zu fördern.

6.3 Kooperation und Kommunikation mit Wirtschaft, Gewerbe, Industrie

6.3.1 Energieeffizienzprogramme in und mit Wirtschaft, Gewerbe, Industrie, Dienstleistung

Die Gemeinde initiiert, unterstützt oder beteiligt sich an energie-, klima- oder umweltbezogenen kooperativen Projekten mit der lokalen Wirtschaft, auch auf der regionalen Ebene.

Beispiele:

  • Motivation zur Teilnahme an breit abgestützten Programmen, z.B. CO2-Zielvereinbarungen mit Unternehmen
  • Regelmässige Unternehmerstammtische
  • Energiefachmessen mit dem Gewerbe
  • Mobilität, z.B. Bike to work

6.3.2 Professionelle Investoren und HausbesitzerInnen

Die Gemeinde motiviert InvestorInnen und (private) Bauherrschaften, Projekte im Einklang mit der lokalen Energiepolitik zu planen, z.B. durch freiwillige Verein-barungen zu den höchsten Baustandards, Energieeffizienz und Bewusstseinsbildung bei den MieterInnen.

6.3.3 Lokale, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Innovative Energie- und Klimapolitik stellen die wichtigsten Faktoren für das Standortmarketing dar, z.B.:

  • Cleantech
  • Umweltfreundliche Gewerbezonen
  • Anziehung "grüner Firmen"
  • Umweltfreundliche Tourismus-Projekte
  • Ökologische Freizeitangebote
  • Marketing für "grüne, regionale Produkte".

6.3.4 Forst- und Landwirtschaft

Die Gemeinde unterstützt eine nachhaltige Nutzung von Wäldern und Landwirtschaftszonen (inkl. des ökonomischen und ökologischen Energienutzungspotentials).

Die Gemeinde kümmert sich um / fördert / unterstützt dabei:

  • lokale / regionale Handelsketten für Holzschnitzel
  • Schutz der Biodiversität
  • Vermeidung von Methan-Austritt aus Biogasanlagen
  • Verträge mit lokalen Produzenten
  • Labelling von Wäldern und Gehölzen
  • Weiterbildung zu "Good practice" und den Prinzipien der extensiven Landwirtschaft.

6.4 Kommunikation und Kooperation mit EinwohnerInnen und lokalen MultiplikantInnen

6.4.1 Arbeitsgruppen, Partizipation

Die Gemeinde involviert die BürgerInnen in den Entscheidungsprozess und bildet Arbeitsgruppen, die Projekte initiieren, begleiten und durchführen (in Zusammenarbeit mit der zuständigen Verwaltungsabteilung).

6.4.2 KonsumentInnen, MieterInnen

Die Gemeinde ermöglicht und unterstützt nachhaltige Lebensstandards der EinwohnerInnen durch:

  • Bereitstellung von Instrumenten für die Berechnung des CO2-Fussabdrucks
  • Promotion regionaler Produkte und Märkte
  • Breit verwendbare Informationen zu Energiethemen, z.B. zum Elektrizitätsverbrauch oder Heizen
  • Angebote zur Vermeidung von Stand-By
  • Aktivitäten für die ganze Gemeinde (Veranstaltungen, Kampagnen).

6.4.3 Schulen, Kindergärten

Die Gemeinde arbeitet mit Schulen und Kindergärten zusammen, um Energieprojekte und Energiesparwochen in Schulen und Kindergärten durchzuführen (mit Beteiligung von SchülerInnen, LehrerInnen und
Hauswarten/wärtinnen), z.B. mit einem Bonus oder den 50-50-Modellen.

6.4.4 MultiplikatorInnen (Politische Parteien, NGOs, religiöse Institutionen, Vereine)

Multiplikatoren werden darin unterstützt, Rollenvorbilder in der Gemeinde zu werden und bezüglich Energiethemen Einfluss auf die EinwohnerInnen auszuüben. Parteien, Nichtregierungsorganisationen und Kirchen werden
sensibilisiert, entsprechend der lokalen Energiepolitik zu handeln.

6.5 Unterstützung privater Aktivitäten

6.5.1 Beratungsstelle Energie und Ökologie

Die Gemeinde unterhält oder unterstützt eine Energie-, Bauökologie- und Mobilitätsberatungsstelle (auf lokaler oder regionaler Ebene), um HausbesitzerInnen, ArchitektInnen und PlanerInnen in Energiefragen und der lokalenEnergiepolitik zu beraten (z.B. Energiecoach, finanzielle Unter-stützungsprogramme, erneuerbare Energietechnologien etc.).

6.5.2 Leuchtturmprojekt

Die Gemeinde hat ein aussergewöhnliches und ehrgeiziges Leuchtturmprojekt zur speziellen, exzellenten Umsetzung der lokalen Energiepolitik in privaten Projekten (z.B. mit privaten InvestorInnen, dem Gewerbe) initiiert und / oder dabei eine wichtige Rolle gespielt.

Das Projekt wurde von der Gemeinde mit Beratung / Auskünften unterstützt und wurde extern kommuniziert.

6.5.3 Finanzielle Förderung

Die Gemeinde fördert vorbildliche energetische und Klimaschutz-Vorhaben von Privathaushalten und Gewerbe in der Gemeinde.

Beispiele:

  • Vertiefende Beratungen (Beratungschecks)
  • Erneuerbare Energieträger und Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz
  • Umweltfreundliche Mobilität und Transport
  • Wassersparmassnahmen (wassersparende Armaturen, Grauwassernutzung)
  • Finanzielle Unterstützung für Biolandbau