4. Mobilität

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4.1 Mobilität in der Verwaltung

4.1.1 Unterstützung bewusster Mobilität in der Verwaltung

Die Gemeinde fördert intelligentes und nachhaltiges Mobilitätsverhalten bei ihren Mitarbeitenden.

Beispiele:

  • Bewirtschaftung der Parkplätze bei den gemeindeeigenen Gebäuden und Anlagen
  • Dienstfahrräder, Business-Car-Sharing
  • Abstellanlagen für Fahrräder
  • Förderung von Fahrgemeinschaften für den Arbeitsweg
  • Zuschuss für die Benutzung des ÖV oder Fahrrädern für den Arbeitsweg
  • Promotion von Telearbeit und Video-Konferenzen
  • Duschmöglichkeiten.

Spesenreglemente enthalten energierelevante Aspekte (Dienstfahrten mit Fahrrädern oder Bahn, übertragbare Abonnements, Halbtax etc.).

4.1.2 Kommunale Fahrzeuge

Die Gemeinde achtet auf effizienten Fahrzeugeinsatz und Treibstoffverbrauch bei ihren eigenen Fahrzeugen; z.B.:

  • Bestandsaufnahme und Verbrauchsevaluation der Fahrzeuge
  • Beschaffung von effizienten Fahrzeugen und innovativen Antriebssystemen
  • Beschaffung von Treibstoffen mit geringen CO2-Emissionen, die nachhaltig und sozialverträglich sind
  • Schulung der Mitarbeitenden in Ecodrive
  • Prüfung und Einführung effizienter Mobilitätsmodelle. 

4.2 Verkehrsberuhigung, Parkieren

4.2.1 Parkplatzbewirtschaftung

Es besteht ein Parkraummanagement für alle öffentlichen Parkplätze, auch ausserhalb des Zentrums (mit Preisangaben und Umsetzung).

Beispiele:

  • Verkehrswirksame Preise
  • Anwohnerparken
  • Im Zentrum Parkplatzverlagerung (z.B. unterirdisch), statt Ausweitung
  • Installation von Auflademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge
  • Nachtparkgebühr
  • Zweckbindung Einnahmen für die Förderung alternativer Mobilität
  • Parkleitsysteme
  • Priorisierung von Car-Sharing, Schaffung von Car-Sharing-Parkplätzen

4.2.2 Hauptachsen

Sicherstellung eines flüssigen Verkehrs auf Hauptachsen auf tiefem Geschwindigkeitsniveau.

Dies wird über Gestaltung, Organisation, Signalisierung etc. erreicht und im Sinne einer siedlungsorientierten und nicht verkehrsorientierten Bewirtschaftung ausgestaltet.

4.2.3 Temporeduktion und Attraktivierung öffentlicher Räume

Die Gemeinde realisiert Temporeduktions- und Begegnungszonen über das gesamte Gemeindegebiet in partizipativen Prozessen.

Dies beinhaltet Förderung eines sicheren und attraktiven Modal Splits in Wohnquartieren und eine Aufwertung des öffentlichen Raums, des Strassenraumes und der Einkaufsbereiche, um sie für den Fuss- und Radverkehr attraktiver zu gestalten und die lokale Nahversorgung zu stärken:

  • Attraktive Gestaltung von Fuss-, Radwegen sowie Plätzen
  • Fussgängerzonen
  • Zugänglichkeit für Personen mit eingeschränkter Mobilität
  • Begrünung von Strassen (Alleen etc.), Aufstellung von Sitzmöglichkeiten, Bänken
  • Temporeduktion durch natürliche Barrieren
  • Auf die Nutzung abgestimmte öffentliche Beleuchtung.

4.2.4 Städtische Versorgungssysteme

Die Gemeinde sorgt für ein energieeffizientes und klimaschutzorientiertes Logistiksystem.

Beispiele:

  • kurze Lieferketten für Nahrungsmittel
  • spezifische Verkehrsregulierung für Anlieferungen
  • Förderung von Angeboten wie Velokuriere
  • Förderung lokaler Einkaufsmöglichkeiten
  • Hauslieferdienste und Gepäckservice

4.3 Nicht motorisierte Mobilität

4.3.1 Fusswegnetz, Beschilderung

Die Gemeinde richtet ein attraktives Fusswegnetz im gesamten Gemeindegebiet ein.

Beispiele:

  • Analyse / Reduktion von potenziellen Gefahrenstellen
  • Beschilderung mit Angabe von Zielen und Zeitbedarf
  • Massnahmen zur Schulwegsicherung
  • Ausgabe von Fussgängerkarten
  • Gleichstellung für Behinderte

4.3.2 Radwegnetz, Beschilderung

Die Gemeinde richtet ein attraktives Radwegnetz im gesamten Gemeindegebiet ein.

Beispiele:

  • Analyse / Reduktion von Lücken im Radwegnetz
  • Analyse / Reduktion von potentiellen Gefahrenstellen
  • Ausgabe von Fahrradkarten
  • Beschilderung mit Angabe von Zielen und Zeitbedarf
  • Gute Querungsmöglichkeiten / klare Aufteilung Autos, Fahrräder und Fussgänger
  • Gute Anbindung an gemeindeübergreifende Radwegnetze

4.3.3 Abstellanlagen

Die Gemeinde stellt genügend sichere, einfach zugängliche und attraktive (ggf. gedeckte) Fahrrad-Abstellanlagen zur Verfügung, insbesondere bei wichtigen Fahrradzielpunkten und Umsteigeknoten.

4.4 Öffentlicher Verkehr

4.4.1 Qualität des ÖV-Angebots

Die Gemeinde stellt eine hohe Qualität des öffentlichen Verkehrs sicher und setzt sich für eine ständige Verbesserung ein, z.B.:

  • Taktdichte, tägliche kundenorientierte Betriebszeiten
  • Gute überregionale Anbindung, Abstimmung und Integration der Fahrpläne (Bus, Bahn, S-Bahn etc.), Echtzeitinformationsservices
  • Attraktive Tarife
  • Gute Nachtbusverbindungen
  • Flächendeckende Erschliessung des Siedlungsgebietes
  • Berücksichtigung der Kundenzufriedenheit
  • Überdachte und gut beleuchtete Haltestellen
  • Moderne, komfortable Verkehrsmittel (Niederflurbusse etc.), innovative Antriebssysteme.

4.4.2 Vortritt ÖV

Die Gemeinde stellt eine Bevorzugung des ÖV durch Vortrittsregelungen, Signalsteuerung durch den ÖV, eigene Fahrspuren sowie einen wirkungsvollen Vollzug dieser Massnahmen sicher. 

4.4.3 Kombinierte Mobilität

Die Gemeinde schlägt Angebote für kombinierte Mobilität vor und fördert sie.

Beispiele:

  • Car-Sharing, (Nacht-)Taxi, Kooperation mit Autovermietungen, Mitfahrzentralen
  • Angebote auf Abruf (ohne Abbau von Leistungen)
  • Park- & Ride-Angebote
  • e-Bike-Vermietung
  • Mitnahmemöglichketen Velo bei Bussen, Strassenbahnen und U-Bahnen, S-Bahnen.

Eine Bedarfsermittlung via Marktforschung, Bewerbungskampagnen, Kundenbefragungen etc. wird durchgeführt. Die Preisgestaltung sollte multi-modalen Transport begünstigen.

4.5 Mobilitätsmarketing

4.5.1 Mobilitätsmarketing in der Gemeinde

Die Gemeinde stellt eine aktive und regelmässige Öffentlichkeitsarbeit und Marketing für effiziente und schonende Mobilität sicher.

Dazu gehören:

  • Bewerbung von Aktivitäten und Aktionen wie Mobilitätsmanagement in Betrieben, Durchführung von Veranstaltungen, Aktionen zu einer effizienten und schonenden Mobilität
  • Einrichtung oder Unterstützung einer Mobilitätsberatungsstelle
  • Informationen zu effizienten Fahrzeugen und effizientem Fahrverhalten wie z.B. Ecodrive-Kurse für Privatpersonen, Einsatz des Fahrsimulators
  • Präsentationen von Fahrzeugen mit innovativen Antrieben
  • Angebote für Car-Sharing, Fahrgemeinschaften.

Alle Aktivitäten sind Bestandteil eines detaillierten Kommunikationskonzeptes (siehe 6.1.1).

4.5.2 Beispielhafte Mobilitätsstandards

Die Gemeinde erreicht herausragende Mobilitätsstandards und belegt dies z.B. durch die folgenden Indikatoren:

  • Anteil des umweltfreundlichen Verkehrs (Radfahrende, Fussgänger, öffentlicher Verkehr) am gesamten Verkehrsaufkommen (Modal Split)
  • Finanzielle Beiträge an den öffentlichen Verkehr (CHF/EinwohnerIn)
  • Anteil der effizienten und CO2-armen Mobilität.