3. Versorgung, Entsorgung

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3.1 Unternehmenstrategie, Versorgungsstrategie

3.1.1 Unternehmensstrategie der Energieversorger

Die Gemeinde sorgt im Rahmen von Verträgen, Kooperationen und Mitbestimmungsrechten bei den Stadtwerken / lokalen Energieversorgern (im Eigentum der Kommune oder Drittanbieter, je nach Liberalisierungsgrad des Strommarktes) dafür, dass die Versorger Strategien für höhere Energieeffizienz, die vermehrte Nutzung von erneuerbaren Energien und Klimaschutz sowie optimale Netzregulation für dezentrale Konsumation / Produktion (Smart Grid) definieren.

3.1.2 Finanzierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien

Die Gemeinde erhebt eine Abgabe auf leitungsgebundene nicht erneuerbare Energieträger oder setzt einen Teil der Erträge aus Konzessionen, Dividenden etc. zur Förderung der Energieeffizienz, des Einsatzes erneuerbarer Energien und
für den Klimaschutz (z.B. für Anpassungsmassnahmen) ein (Euro / EinwohnerIn pro Jahr).

3.2 Produkte, Tarife, Kundeninformation

3.2.1 Produktepalette und Serviceangebot

Es besteht ein umfassendes Angebot an Dienstleistungen im Bereich Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energieträger (Anteil solcher Produkte am Umsatz).

Beispiele:

  • Energieberatung für KundInnen
  • Programme zum Ersatz von Strom-Direkt- und stark CO2-emittierenden Heizungen / Klimaanlagen
  • Angebot von Anlagen- oder Einsparcontracting
  • Aktionen im Bereich des Demand-Side-Management (E-Sparlampen Abgabe etc.)
  • Förderprogramm des Versorgers für erneuerbare Energien
  • Informationen über Einzelmassnahmen zum Klimaschutz
  • (Bewertung der Implementierung der in 3.1.1. definierten Strategien)

3.2.2 Verkauf von Strom aus erneuerbaren Quellen auf dem Gemeindegebiet

Den Absatz von Strom aus erneuerbaren Quellen bzw. Ökostrom auf Gemeinde-gebiet soll gesteigert werden.

Die Menge an eingekauftem Strom aus erneuerbaren Quellen (in MWh/a) auf dem Gemeindegebiet wird ausgewertet (in % der Gesamtstromabgabe des Versorgers an KundInnen in der Gemeinde), inkl. kommunale Versorger und Drittanbieter.

3.2.3 Beeinflussung des Kundenverhaltens und -verbrauchs

Es werden Massnahmen ergriffen zur Bewusstseinsbildung und Motivation von KundInnen für den effizienten Energieeinsatz, die Nutzung erneuerbarer Energien und Eigenstromerzeugung, z.B. durch

  • Tarife basierend auf Gestehungskosten, inkl. Gas- und Fernwärme; Anbieten von speziellen Tarifen für KundInnen mit
    Energieeffizienz-Verpflichtungen
  • Detaillierte Informationen zum Energieverbrauch (Abrechnung, Smart Metering) und zu CO2-Emissionen und
    Klimaauswirkungen, Anbieten von individuellen CO2-Bilanzen
  • Unterstützung von KonsumentInnen bezüglich eigener erneuerbarer Eigenstromproduktion (Prosumer).

3.3 Lokale Energieproduktion auf dem Gemeindegebiet

3.3.1 Abwärme Industrie

Die Abwärme aus grösseren Industriebetrieben oder Kühlung wird genutzt (Potenzial ausgeschöpft), insbesondere unter Berücksichtigung einer möglichen Nutzung von betrieblicher Abwärme auch für die Kälteproduktion. 

3.3.2 Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energiequellen auf dem Gemeindegebiet

Das Potenzial von erneuerbaren Energiequellen für Raumwärme, Warmwasser und Kälteproduktion (Angabe in %-Anteil am Gesamtwärmebedarf für Raumwärme, Warmwasser und Kälteproduktion auf dem Gemeindegebiet) wird
ausgeschöpft.

Als erneuerbare Energieträger gelten Sonne, Biomasse, -gas, Erdwärme, Oberflächenwasser, Umgebungswärme.

3.3.3 Elektrizität aus erneuerbaren Quellen auf dem Gemeindegebiet

Der Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien aller Technologien auf dem Gemeindegebiet soll gegenüber dem Potential gesteigert werden (Photovoltaik, Kleinwasserkraft, Wind etc.). Ökologische Einschränkungen
sind in Betracht zu ziehen.

3.3.4 Wärmekraftkopplung und Abwärme/Kälte aus Stromproduktion auf dem Gemeindegebiet

Das wärmegeführte WKK-Potenzial (betrieben mit Biomasse oder Erdgas unter Berücksichtigung von CO2- und Treibhausgasemissionen) wird ausgeschöpft, auch unter Berücksichtigung der Abwärmenutzung bei Elektrizitätskraftwerken (möglichst hoher Gesamtwirkungsgrad) z.B. für Fernwärme, Fernkälte.

3.4 Energieeffiziente Wasserversorgung

3.4.1 Analyse und Bestandesaufnahme Energieeffizienz der Wasserversorgung

Es besteht eine hohe Energieeffizienz der für die Gemeinde zuständigen Wasserversorgungsanlage(n) (Sammlung, Aufbereitung, Verteilung).

Die Beurteilung erfolgt anhand des Energieverbrauchs in kWh im Vergleich zu der abgegebenen Wassermenge in m³.

3.4.2 Effizienter Wasserverbrauch

Die Gemeinde verbreitet geeignete Informationen zum Wasserverbrauch, um die KonsumentInnen für das Wassersparen zu sensibilisieren, z.B.

  • Individueller Wasserverbrauch wird auf der Rechnung ausgewiesen oder als Beilage zur Rechnung verschickt
  • Mitteilung des Vorjahresverbrauchs und von durchschnittlichen Verbrauchswerten
  • Förderung wassersparendes Verhaltens, z.B. lineare Tarife für alle Verbrauchsgruppen (Tarife sind verursachergerecht und fördern wassersparendes Verhalten)
  • Entkopplung von Trinkwasser- und Abwassergebühren.

3.5 Energieeffiziente Abwasserreinigung

3.5.1 Analyse und Bestandesaufnahme Energieeffizienz Abwasserreinigung

Es besteht eine hohe Energieeffizienz der für die Gemeinde zuständigen Abwasserreinigungsanlage(n). Die Beurteilung erfolgt anhand anerkannter Kennzahlen.

3.5.2 Externe Abwärmenutzung bei der Abwasserreinigung

Das Potenzial der externen Abwärmenutzung aus Abwassersammelkanälen und / oder der Abwasserreinigungsanlage(n) wird ausgeschöpft.

3.5.3 Klärgasnutzung

Das Potenzial der Nutzung des Klärschlamms für Energieproduktion durch anaerobe Vergärung wird ausgeschöpft.

3.5.4 Regenwasserbewirtschaftung

Die Gemeinde fördert die Versickerung des Niederschlagwassers direkt auf den Grundstücken durch entsprechende Gebühren (z.B. Erhebung von Regen-abwassergebühren in Abhängigkeit von der versiegelten Fläche), schrittweise Erstellung von Trennsystemen (Trennung Regen- / Schmutzwasser) etc. Dies beinhaltet auch die Berücksichtigung von Klimawandelfolgen, z.B. durch die Implementierung eines Risikomanagements für Überschwemmungen und die
Vermeidung der Versiegelung von Strassen, Plätzen, Gehwegen und anderen öffentlichen Flächen.

3.6 Energie aus Abfall

3.6.1 Energetische Nutzung von Abfällen

Das energetischen Potenzial des auf Gemeinde- oder Stadtgebiet anfallenden Abfalls in Verbrennungsanlagen (ohne Bioabfälle, Klärgas- und Deponie-gasnutzung, siehe 3.5.3, 3.6.2 und 3.6.3) wird in Abstimmung mit dem Abfallkonzept ausgeschöpft.

3.6.2 Energetische Nutzung von Bioabfällen

Das energetische Potenzial des auf Gemeinde- oder Stadtgebiet anfallenden Bioabfalls in Verbrennungsanlagen oder in Vergärungsanlagen oder zur Produktion von Biodiesel / Biomethan für Wärme und Transport wird ausgeschöpft.

3.6.3 Energetische Nutzung von Deponiegas

Das energetische Potenzial des auf Gemeinde- oder Stadtgebiet anfallenden Deponiegases wird ausgeschöpft.