2. Öffentliche Gebäude und Ausstattung

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2.1 Energie- und Wassermanagement

2.1.1 Standards für Bau und Bewirtschaftung öffentlicher Gebäude

Die Gemeinde hat energetische Standards für kommunale Gebäude definiert (Neubau und Sanierung), inkl.:

  • Effiziente Elektrizitätsnutzung
  • Wärmeeffizienz der Gebäude
  • Mindestanteil erneuerbarer Energien
  • Gesundheit und Bauökologie
  • Berücksichtigung von Nachhaltigkeit bei Bau, Betrieb und Wartung
  • Beschränkung der Klimatisierung
  • Ausschreibungen für gemeindeeigene Gebäude und Anlagen
  • Ökologische Beschaffung bei Bau und Konstruktion.

Die Kosten der Klimafolgen sowie die Lebenszykluskosten sollen in der Festlegung von Standards berücksichtigt werden.

Gebäudestandard Energiestadt

2.1.2 Bestandsaufnahme, Analyse

Die Gemeinde führt eine energietechnische Bestandesaufnahme aller relevanten gemeindeeigenen Gebäude und Anlagen durch, z.B. mit dem Gebäude-energieausweis.

Die Bestandesaufnahme umfasst:

  • Ermittlung der Energiekennzahlen Strom und Wärme, CO2- / Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch
  • Detaillierte Analyse der Art der Stromnutzung (Anteil des Elektrizitätsverbrauchs für Zentralheizung, Warmwasser,
  • Klimatisierung, Beleuchtung, Kochen, elektr. Geräte etc.)
  • Erfassung der Gebäudesubstanz, Haustechnik
  • Analyse der Einsatzmöglichkeiten von erneuerbaren Energieträgern
  • Abschätzung von Energieeinsparpotentialen
  • Ausweisung von Sofortmassnahmen
  • Festlegung Vorgehen zum Sanierungsplan.

2.1.3 Controlling, Betriebsoptimierung

Durchführung eines Controllings der Energie- (Strom, Wärme) und Wasser-verbräuche für alle gemeindeeigenen Gebäude und Anlagen (inkl. Erfassung des Verbrauchs nach Nutzungsart über die Zeit, Einsatz von Smart Metering)

2.1.4 Sanierungskonzept

Auf Basis der Bestandesaufnahme erstellt die Gemeinde eine mittel- und langfristige Sanierungsplanung für alle gemeindeeigenen Objekte mit Einsparpotential (gemäss 2.1.1.).

Das Sanierungskonzept berücksichtigt:

  • Art der Massnahmen
  • Zu erwartende Kosten und Einsparungen
  • Zeitpunkt der Umsetzung
  • Zuständigkeiten für die Umsetzung
  • Finanzierung und Prüfung von innovativen Finanzierungsmodellen wie bspw. Contracting
  • Bau- und Unterhaltsstandards
  • Vorhersehbare Klimawandel-Auswirkungen.

2.1.5 Beispielhafter Neubau oder Sanierung

Die Gemeinde hat vorbildliche energetische Standards (hohe Energieeffizienz, geringe CO2-Emissionen) beim Neubau oder der Sanierung von einem oder mehreren gemeindeeigenen Gebäuden beispielhaft umgesetzt. Die Umsetzung
orientiert sich an den strategischen Zielen und dem vereinbarten Absenkpfad.

2.2 Zielwert für Energie, Effizienz und Klimawirkung

2.2.1 Erneuerbare Energie Wärme

Die Gemeinde erhöht die Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Kühlung der gemeindeeigenen Gebäude und Anlagen aus erneuerbaren Energiequellen: Solarthermie, Biomasse, Umweltwärme, Geothermie etc. (ohne energetische
Nutzung von Abwärme, siehe Massnahmenbereich 3) und wertet sie aus (in % des Gesamtwärmebedarfes für gemeindeeigene Gebäude und Anlagen).

2.2.2 Erneuerbare Energie Elektrizität

Die Gemeinde erhöht den Anteil erneuerbarer Energien am Elektrizitätsverbrauch der gemeindeeigenen Gebäude und Anlagen: Wind, Biomasse, Fotovoltaik, Kleinwasserkraft, Biogas, Ökostrom-Mix etc. und wertet ihn aus (in % des
Gesamtstrombedarfs für gemeindeeigene Gebäude und Anlagen).

2.2.3 Energieeffizienz Wärme

Die Gemeinde erhöht die Energieeffizienz für das Heizen und Kühlen der gemeindeeigenen Gebäude und wertet die Energieeffizienz anhand der Energiekennzahlen für Heizung, Warmwasser sowie Kühlung für verschiedene
Gebäudetypen aus.

2.2.4 Energieeffizienz Elektrizität

Die Gemeinde erhöht die Energieeffizienz bezüglich Elektrizitätsverbrauch für gemeindeeigene Gebäude und wertet die Energieeffizienz anhand der Energiekennzahlen Elektrizität für verschiedene Gebäudetypen aus.

2.2.5 CO2- und Treibhausgasemissionen

Die Gemeinde reduziert die CO2- und Treibhausgasemissionen, welche durch den Betrieb der gemeindeeigenen Gebäude verursacht werden.

Die Gemeinde wertet die Realisierung des Absenkpfades für CO2- / Treibhaus-gasemissionen von gemeindeeigenen Gebäuden anhand Emissionsfaktoren (mit Primärenergiefaktoren) für verschiedene Gebäudetypen aus.

2.3 Besondere Massnahmen

2.3.1 Öffentliche Beleuchtung

Die Gemeinde erhöht die Energieeffizienz der Strassenbeleuchtung.

Die Gemeinde wertet die Energieeffizienz der Strassenbeleuchtung anhand von Energiekennzahlen aus (z.B. Elektrizitätsverbrauch Strassenlaternen, Anzahl Lichtpunkte, Länge beleuchteter Strassen, Energieverbrauch für
beleuchteten öffentlichen Raum, Ampelanlagen, beleuchtete Verkehrsschilder, Gebäudeaussenbeleuchtung etc.).

Die Verwendung energieeffizienter Technologien (wie bspw. LED) wird berücksichtigt.

2.3.2 Wassereffizienz

Die Gemeinde erhöht die Wassereffizienz gemeindeeigener Gebäude.

Die Gemeinde wertet die Wassereffizienz (Kennzahlen pro Kopf) und den jährlichen Wasserverbrauch für verschiedene Gebäudetypen aus.

Die Gemeinde setzt eine angemessene Wasserverbrauchspolitik (Bedarf und Verbrauch) um, inkl. der ökonomischen Bewässerung von Grünflächen und der Berücksichtigung der biologischen Vielfalt, z.B. Begrenzung des Einbringens
chemischer Einsatzstoffe.